Google lockert den Markenschutz.

Am 14. September tritt die neue Google-Markenrichtlinie in Kraft: Werbetreibende dürfen auf Keywords bieten, die den Marken anderer Unternehmen entsprechen. Googles Meinung nach ist es den Nutzern “am meisten damit gedient, wenn ihnen die relevantesten und informativsten Anzeigen angeboten werden und sie von einem Mehr an Informationen während der Suche profitieren”**. Nur einer bestrelevantesten AdWords-Anzeige wegen!

Die User bekommen nun eine größere Auswahl an Anzeigen, die ihren Suchanfragen entsprechen. Die Anzahl der AdWords-Player steigt. Dabei sein werden auch Webseiten, die den User irreführen, ohne die gebuchten Markenprodukte anzubieten. Man kann sich zwar in solchen Fällen direkt an Google wenden und die Anzeige überprüfen beziehungsweise entfernen lassen. Bis dies aber eintrifft, spiegelt sich die gestiegene Wettbewerbsdichte direkt in dem Klickpreis wider.

Die paradiesischen Klickpreise von 1-5 Cent für eigene Marke werden ab dem 14. September 2010 der Vergangenheit gehören. Die Lockerung der Markenrechte treibt die Klickpreise nach oben….

Google AdWords Markenrechte - Brand Bidding

Google ist auch der Meinung, dass seine “Nutzer intelligent sind und Anzeigen durchaus in Bezug auf ihre Herkunft und ihren Inhalt bewerten und unterscheiden können”.

Die Aufmerksamkeit des “intelligenten Nutzers” muss sich der Markeninhaber nun erkämpfen, indem er nicht nur die Wettbewerber hinter sich lässt, sondern auch seine Affiliates in Zügeln hält. Da werden zusätzliche Tools zur Keywordsverfolgung gebraucht, um die Kontrolle zu automatisieren. Ich selbst atme an diesem Punkt auf: Unsere Agentur hat einen solchen Tool, den Keyword-Agent bzw. TD-Agent, der aus unterschiedlichen Standorten Deutschlands rund um die Uhr die Einbuchung “kritischer” Keywords überwacht. Die Netzwerk-Partnerprogramme unserer Kunden erhalten nicht nur eine aktualisierte Programmbeschreibung in Hinblick auf SEM-Restriktionen, sondern werden auch durch den Keyword-Agenten abgesichert.

Klar müssen sich die Inhaber großer Brands keine Sorgen darüber machen, dass ihre Anzeigen nach wie vor die informativsten und relevantesten für den intelligenten Nutzer bleiben. Für die Mehrzahl der Advertiser bedeutet die neue Google-Regelung Ärmel hochkrempeln und sich der neuen Herausforderung zu stellen.

Wichtig ist dabei: Die Verwendung der Markennamen in den AdWords-Texten sperren lassen. Denn auch nach dem 14. September dürfen Unbefugte keine markenrechtlich geschützten Brands in ihren Anzeigentexten verwenden.

Besonders aufhorchen sollten dabei auch die Shopbetreiber, die keine AdWords-Anzeigen schalten oder in ihren SEM-Kampagnen bewusst auf die Einbuchung eigener Brands verzichten, mit der Begründung, sie würden je auf der oberen Position stehen und können daher auf den bezahlten Traffic über Brands verzichten. Da freut sich der Wettbewerber bestimmt riesig über das geräumte Feld.

** Zitat: Beitrag “Änderungen der Google-Markenrichtlinie für AdWords in Europa”, www.adwords-de.blogspot.com, 4. August 2010

Du kannst alle Antworten zu diesem Eintrag via RSS 2.0 Feed erfolgen. Du kannst einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback von deiner eigenen Seite.

Hinterlasse eine Antwort

XHTML: Diese Schlagwörter kannst du nutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>